Jenseits der E 6 im Tal liegt die Heimat der norwegischen Moschusochsen

Jenseits der E 6 im Tal liegt die Heimat der norwegischen Moschusochsen

Begegnung mit den Bergbewohnern. Nachdem ich die rund 650 Kilometer von Göteborg bis in das norwegische Dombas gut hinter mich gebracht habe, ist es nach norwegischen Verhältnissen nur noch ein Katzensprung bis zum Campingplatz „Furuhaugli“ von Inger-Lise und Stein.

Furuhaugli liegt an der E 6, rund 20 Kilometer hinter Dombas in Richtung Trondheim. Beim Blick auf das Wetter entscheide ich mich letztlich für das Hüttchen mit eigener Dusche und verzichte auf das karge Dasein in der ursprünglich angedachten acht Quadratmeter kleinen Hütte mit eigenem Zweiflammenkocher. Drei lichtdurchflutete Fenster im geräumigen Wohnzimmer lassen gute Laune aufkommen und geben den Blick auf die umgebenden Berge und das Fjell frei. Beste Aussichten also, um mit der Suche nach dem eigentlichen Ziel der Reise zu beginnen.

Zunächst jedoch gilt es, meine doch recht umfangreiche Ausrüstung zu sortieren und zu überlegen, wie ich die rund 20 Kilo Fotoausrüstung nebst Tagesgetränk die Berge hoch bekomme. Ein Träger ist nicht in Sicht und auch Mulis oder Esel sind nicht erhältlich, wie mir versichert wird. Das Fazit lautet: Schleppen. Dienstag mache ich mich das erste Mal auf den Weg. Nach drei Kilometern bergauf mit hochalpinem Rucksack, in dem wohlverstaut Objektive, Kamerabodys, Stativ, Wasserflasche, Zeltplane, Pullover zum Wechseln und andere lebensnotwendige Kleinigkeiten mir das Gefühl vermitteln, wie sich wohl ein Packesel gefühlt hätte, bekomme ich ein wenig Mitleid mit dem armen Tier. Gut, dass es nicht dabei sein muss. Jetzt rächt sich meine olympiaverdächtige Schreibtischkondition. Doch auch die ist einen Kilometer weiter vergessen. Links oben auf dem Berg – nein, doch nicht. Nur ein Felsen auf dem Bergrücken. Eigenartig sieht er schon aus, der Felsbrocken, der in etwa 500 Meter Entfernung wie ein Scherenschnitt in der aufkommenden Dämmerung auf dem Berg steht. Ein wenig erinnert mich der Brocken an den Osbornstier, der als Reklametafel kurz hinter der französisch-spanischen Grenze auf einem Hügel rechts der Straße steht. Der Eine als Reklame, der Andere hier auf dem Hügel im Dovrefjell, um mich zu narren. Trotz seiner hingegossenen Starrheit lässt mir der Brocken keine Ruhe. Wenn nur sein eigenartiger Buckel nicht wäre, ich würde an den Felsen glauben. Dann dämmert es mir. Der Brocken ist anders als die anderen Felsen in der Umgebung. Er trägt keine Schneehaube. Also schnaufe ich weiter den Berg hoch und dann ist sie da, die erste Begegnung.

Im Dovrefjell-Sundalsfjell Nationalpark leben rund 200 Moschusrinder in freier Wildbahn.

Im Dovrefjell-Sundalsfjell Nationalpark leben rund 200 Moschusrinder in freier Wildbahn.

Nicht nur der Felsen dreht sich ganz leicht in der Ferne. Gute 400 Meter entfernt in einer Senke des Karstfjells zogen drei Moschusrinder ihres Weges und verschwanden in der aufkommenden Dämmerung. Auch für mich war es Zeit, abzusteigen und den Weg zurück noch vor der Dunkelheit zu finden. 

Flagge_GBEncounter with the mountain dwellers. Having driven the remaining 650 kilometers from Goteborg to the Norwegian Dombas without any problems, it’s just a stone’s throw to the Inger-Lise & Stein’s camping site ‚Furuhaugli‘.

Furuhaugli is located by the E6, about 20 kilometers behind Dombas, direction Trondheim. Taking the weather into account I eventually choose a hut with a built-in shower and pass on the sparse lifestyle in the 8 square meter hut with the little independent hotplate as I originally planned to. Three windows, letting the bright sunshine from outside into the ample living room, make for a good mood and provide me with a gorgeous view of the surrounding mountains and the fjell. Good conditions to start with the search for the actual goal of the trip.

For now I have to sort my rather extensive equipment and think of a way to get the approximately 20 kilograms in addition to my drinking supplies up to the mountains however. No possible henchmen are to be seen nor are there any mules available, so I’m told. Conclusion: Haul it myself. Tuesday I’m leaving for my first trip. About three kilometers uphill with my traveler’s backpack which packs lenses, camera bodies, a tripod, a canteen, a tarpaulin, an extra pullover and various other vital small necessities I’m starting to feel sorry for the poor mules, since I now know how they feel. Gladly none of those have to be here. Now my couch potato shape takes revenge on me. But even that is forgotten one kilometer later. There, to the left on the hill! – Or not. Just a rock on a ridge. It does look strange indeed though, the rock that resides in about 500 meters distance on that mountain, cutting the approaching dusk like a pair of scissors. It reminds me a little of the Osborne bull, which acts as a roadside billboard just behind the French-Spanish border on a small hill to the right of the road. One as advertising and the other one on the hill here at the Dovrefjell to mock me. Despite his stalwart rigidity, the rock keeps bothering me. If it wasn’t for his awkward hunch, I’d believe in it. Then it begins to dawn on me. The rock is different from the other ones in the surroundings. He’s not coated in snow. So I keep on clambering up the mountain and suddenly there it is – the first encounter. But not only the rock slightly turns in the distance. Around 400 meters in a dip of the Karstfjell three musk oxen are on the move and slowly disappear in the upcoming dusk. It’s time for me as well to descend the mountain and find my way back before nightfall.