Diplom Agraringenieur (FH) Philipp Staritz aus dem Rendswührener Lohnunternehmen Blunk warf mit dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden Heiner Staggen (oben rechts) und rund 30 Gästen einen Blick auf die Ernteaussichten 2017.

Diplom Agraringenieur (FH) Philipp Staritz aus dem Rendswührener Lohnunternehmen Blunk warf mit dem Kreisbauernverbandsvorsitzenden Heiner Staggen (oben rechts) und rund 30 Gästen einen Blick auf die Ernteaussichten 2017

Rendswühren / 04.07.2017. 30 Teilnehmer hatten sich am Dienstag im Rendswührener Lohnunternehmen Blunk versammelt, um von dort aus zu einer Rundfahrt durch die Felder in der Umgebung zu unternehmen. Die Traditionsveranstaltung wurde vor über 40 Jahren vom heutigen Ehrenbürgermeister Claus Hopp aus Rendswühren ins Leben gerufen, begrüßte der Plöner Kreisbauernverbandsvorsitzende Heiner Staggen die Teilnehmer und Gäste.

Gemeinsam mit Bauernverbandsvizepräsident Klaus-Peter Lucht aus Mörel, Thure Koll, Leiter im Arbeitskreis Ländliche Räume und Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz, Dr. Dierk Boie, Geschäftsführer im Kreisbauernverband Plön, und Gästen aus Politik und Agrarwirtschaft, wagten die Veranstalter eine vorsichtige Prognose zu den Ernteaussichten 2017 und einen Ausblick in den Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Zumindest im südlichen Kreis Plön und um Rendswühren dürfen die Landwirte bei Raps, Gerste, Weizen und einem geringen Roggenanteil auf eine gut durchschnittliche Ernte hoffen, meinte Staggen. Angesichts der Gewitterstürme und schweren Regengüsse der letzten Wochen mit Tagesmengen von bis zu 100 Millimeter Regen, gab es in Rendswühren überraschend wenig Lagergetreide. „Wer auch die dritte Wachstumshemmung ausgebracht hat, habe offensichtlich auf das richtige Pferd gesetzt“, meinte Staggen.  Die auf kurzem Halm stehenden Getreide haben die Gewitterstürme besser überstanden als mancherorts, wo Weizen, Gerste oder andere Getreide höher auf dem Halm standen. Ein Problem, das sich auch im südlichen Kreis Plön abzeichnet, sind die zunehmenden Resistenzen verschiedener Wildkräuter wie Ackerfuchsschwanz im Getreide oder Rauke im Raps. Fruchtfolgen und Zwischenfruchtanbau allein werden die Probleme bis hin zur Saatgutbeizung beim Raps nicht lösen, meinte Pflanzenschutzberater Matthias Steenblock. Stellenweise drohe der Rapsanbau im Land bereits wegzubrechen. Trotz ins Haus stehender erheblicher Veränderungen, wie der neuen Düngeverordnung und einem spürbaren Strukturwandel, gibt es auch Chancen, sagte Claus-Peter Lucht.

 

"Die Bäume wachsen 2017 sicher nicht in den Himmel", umschrieb Bauernverbands Vizepräsident Klaus-Peter Lucht die eher vorsichtigen Ernteerwartungen.

„Die Bäume wachsen 2017 sicher nicht in den Himmel“, umschrieb Bauernverbands Vizepräsident Klaus-Peter Lucht die eher vorsichtigen Ernteerwartungen.

Digitalisierung als Chance nutzen

So sei die Digitalisierung eben auch eine Chance, etwa durch Optimierung von Arbeitsprozessen Diesel oder andere Ressourcen zu sparen und effizienter zu arbeiten. Angesichts der Änderung der Düngeverordnung und ökologischen Rahmenbedingungen müssen dafür auch die Rahmenbedingungen wie etwa der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen für den Ackerbau und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung gesichert werden, meinte Lucht. Noch gebe es gute Chancen für die Hofnachfolger in Schleswig-Holstein. Allerdings müsse die Landespolitik auch vernünftige Rahmenbedingungen schaffen, um dem Höfesterben und der Abwanderung junger Leute aus dem ländlichen Raum entgegen zu wirken, hieß es in Rendswühren. Dabei dürfe die Rechnung in Brüssel nicht ohne Frankreich, Rumänien oder die anderen europäischen Partner gemacht werden.

Ernteerwartungen durchschnittlich

Zumindest 2017 dürfte bei den aktuellen Ernteerwartungen eher unspektakulär bleiben. Das gelte sowohl für die erwarteten Erntemengen und Preise. Zurzeit liege Raps mit etwa 35.- Euro pro Doppelzentner deutlich unter den Erwartungen der Anbauer, meinte Landhandelsvertreter Lars Danker vom Landhandel Timmermann aus Bokhorst. Schwankungen beim Weizen von aktuell etwa 50 Cent und Preisen um 16,50 Euro lassen die Bäume ebenfalls nicht in den Himmel wachsen, hieß es. Brotroggen lief bei rund 14,30 Euro im Handel. Eine Prognose zu den nahenden Erntepreisen sei aktuell nicht zu wagen, meinte Danker. Dafür bräuchte es eine Glaskugel.