Es geht nach Norden. Im Fahrwasser schwinden die Lichter Kiels.

Es geht nach Norden. Im Fahrwasser schwinden die Lichter Kiels.

Abreise mit Hindernissen – ich bin Fracht. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Nach Skandinavien und speziell nach Norwegen sind es nur wenige, wenn das eigene Auto mit soll. Der Weg über die Inseln Fehmarn und Seeland bedeutet eine lange Anfahrt Richtung Oslo entlang der schwedischen Südwestküste. Die dänische Insel Fünen lockt mit einer Brückenfahrt mit einzigartigem Ausblick. Die endet allerdings auch auf Seeland, bedeutet einen wenn auch reizvollen Umweg und fiel damit aus. Bis zu den Fähren im dänischen Jütland sind es auch rund 500 Kilometer aus dem Kreis Plön. Blieb Kiel mit der Verbindung Kiel-Göteborg. Hier allerdings hatte ich die Rechnung ohne den Wirt, sprich die freundlichen Mitarbeiter von Stena Line gemacht.

Wie sich im Nachhinein heraus stellte, nicht zu meinem Nachteil. Wie groß mein Auto sei und was ich befördern würde, wollte eine freundliche Damenstimme von mir wissen. Autodaten? Klar, wegen dem Platz. Befördern? Das war neu, aber ich gab brav Antwort: „Mich und meine Kameraausrüstung nebst Zubehör zur Versorgung dieser beiden Reisebestandteile.“ Die Frage nach dem Transportgewicht hätte stutzig machen müssen, aber brachte den Grund für die etwas irritierenden Fragen ans Licht. Ich war warum auch immer im Frachtzentrum gelandet und von nun an gab es kein Zurück. Ich war Fracht, blieb Fracht und gab letztlich nach, schließlich wollte ich meinen Fährplatz nebst Kabine und Frühstück. „Selbstverständlich“, flötete die freundliche Damenstimme „und Abendessen können sie ebenfalls in der Trucker Lounge.“ Jetzt hakte ich doch nach und siehe da, Frachtgut hat so seine kleinen Vorteile. Ich bekam meinen Autoplatz, meine Außenkabine ohne Zuschlag, Abendessen, Frühstück, ein Carepaket für die Fahrt und sparte noch ein paar Euro obendrein. Also, auf ins Truckerleben!