Mit Orkanböen von bis zu 140 Stundenkilometern raste der Sturm von Küste zu Küste über das Land. Bereits am frühen Nachmittag bestätigte sich auch im Kreis Plön, das die bereits am Sonntag ausgegebene Unwetterwarnung ihre Berechtigung hatte. Leider musste die Feuerwehr landesweit auch mehrere verletzte Personen melden, die im Sturm zu Schaden gekommen waren. In Flensburg wurde ein Mann von einem Baum erschlagen. Dabei schlug der Sturm nicht nur an der Küste mit Hochwasser und Sturmschäden zu.

Sturmfront

Sturmtief Christian fegte über Schleswig-Holstein hinweg

Auf dem Geestrücken im Kreis Plön wütete der Orkan ungebremst. In Orten wie Großharrie bei Neumünster und auch in der Stadt selbst hieß es Türen und Fenster zu und die Köpfe einziehen.
Oberschenkelstarke Äste knickten die Sturmböen in Großharrie wie Streichhölzer von den alten Eichen im Ort. Von den Dächern fegte der Sturm Bleche und Eternitplatten, die wie die Äste von den Bäumen wie Geschosse durch die Gegend flogen. Auf den Knicks wehte es alte Obstbäume um und Fahnen im Ort wurden vom Wind wie Papier zerfetzt.

Traglufthalle zerfetzt

Traglufthalle zerstört

Im Neumünsteraner Bad am Stadtwald zerstörte der Sturm die Traglufthalle über dem Freibad.

In Neumünster flogen wie landesweit Ziegel und Dachplatten durch die Gegend. Bauzäune wurden ungebremst niedergerissen und auf vielen Baustellen musste die Arbeit eingestellt werden. Besonders hat es in Neumünster das Bad am Stadtwald getroffen. Am Nachmittag ist die Traglufthalle, die das Freibad mit seinen 50 Meter langen Bahnen im Winter überspannt und für den Schwimmunterricht der Schulen in
Neumünster und dem Training der Vereine dient, vom Orkan zerstört worden. Die starken Winde haben einen Riss in der Außenhaut verursacht und das Dach zum Einstürzen gebracht. Menschen befanden sich nicht in der Halle. Die Traglufthalle wurde generell ab einer Windstärke von sechs gesperrt. Genutzt wurde sie während der Wintermonate ausschließlich für den Schul- und Vereinssport in Neumünster.

Mancher, wie Landwirt Heinrich Blöcker aus Großharrie blieb gelassen. Eigentlich wollte der Großharrieer nachmittags noch seine Tochter vom Bahnhof in Neumünster abholen. Die musste wegen ausgefallener Züge in Berlin bleiben. „Da kann man nichts machen. Das muss man wehen lassen“, meinte Blöcker gelassen beim Blick auf den Sturm.

Warten hieß es nicht nur für Bahnkunden. Auch auf dem Hamburger Flughafen ging teilweise nichts mehr. Gleiches galt für die Helgolandfähren, deren Fahrdienst eingestellt wurde.

Trotz der hohen Windgeschwindigkeiten ist “Christian” nur ein normaler Herbstorkan, der sich nicht in die Reihe der großen Stürme des letzten Jahrhunderts einreihen wird. Sturmtiefs wie “Lothar”, “Kyrill” und “Emma” hatten da schon ein wesentlich höheres Schadenspotential, meldete der Deutsche Wetterdienst.